Heiko’s Blog

Naturwelt Tel Aviv

Wer in den letzten Jahren mal in Tel Aviv war, kennt sicherlich den Dschungel an Hochhäusern und Wolkenkratzern. Die schießen hier trotz Covid-19 weiter wie Pilze aus dem Boden. Die meisten Besucher werden aber weniger mit der Naturwelt vertraut sein, die man in bzw. am Rande von Tel Aviv entdecken kann.

Der Yarkon-Park erstreckt sich entlang des gleichnamigen Flusses von der Mittelmeerküste, dem Tel Aviver Hafen und dem Reading-Kraftwerk mehrere Kilometer Richtung Osten. An seinen Ausläufern liegen die Nachbarstädte Ramat Gan und Bnei Brak. An schönen Tagen strömen Tausende von Menschen in diesen weitläufigen Park. Anwohner machen Picknicks, Grillen Kebabs oder Hühnchen, gehen einfach nur spazieren oder machen ihren täglichen Jogging-Lauf.

Reading-Kraftwerk in Tel Aviv
Reading-Kraftwerk bei Sonnenuntergang

Entlang des Yarkon-Flusses führt auch der Israel-Trail. Dieser Wanderpfad beginnt am nördlichsten Punkt des Landes in Metulla an der libanesischen Grenze und geht bis nach Eilat an der ägyptischen bzw. jordanischen Grenze.

In diesem Park begegnet man aber nicht nur vielen Menschen, sondern auch zahlreichen Vögeln und Tieren. Nachfolgende Fotos entstanden an einem Nachmittag während eines Spaziergangs durch den Yarkon-Park. Gerade im Winter, d.h. in den kühleren Monaten, ist es dort am schönsten.

Spazierweg am Yarkon-Fluß, Tel Aviv - Naturwelt in der Stadt
Spazierweg am Yarkon-Fluss

Inmitten des Parks befindet sich ein kleiner See mit Tretbooten zum Ausleihen. Dort findet man zahlreiche Vögel, z.B. Möwen, Nilgänse, usw.. Mit etwas Glück kann man auch den Seidenreihern beim Fischen zusehen.

Da, wo die Ufer des Yarkons bewaldet sind, kann man auch schon einmal einem Schackal begegnen. Normalerweise sind diese sehr scheu, haben sich aber hier in der Nähe zum Menschen etwas an seine Gegenwart gewöhnt. Man findet Schakale in der Regel gegen Sonnenaufgang oder -untergang.

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Ein Frohes und Gesundes Neues Jahr 2021

Happy New Year 2021 from Jerusalem, Israel

Frohes Neues Jahr
Jerusalem im Dezember. Ein Frohes Neues Jahr 2021!

Das Jahr 2020 war ein verrücktes Jahr. Plötzlich aus dem Nirgendwo kam die Corona-Krise, mit z.T. schweren Folgen in zahlreichen Ländern auf der Welt. Reiseverbote bzw. Einschränkungen sowie Quarantänevorschriften haben eine Reise nach Israel für Touristen nahezu unmöglich gemacht. Und wer möchte schon verreisen, wo man nicht weiß, welchen potentiellen Gefahren man durch CoVID-19 ausgesetzt ist. Das Gebot des Tages „soziales Distanzieren“ lädt auch nicht gerade zum Kennenlernen fremder Länder und Menschen ein. Fahren wir nicht in die Ferne, um etwas von dem Land und den Leuten kennenzulernen und z.B. die Atmosphäre des Suks (Markts) in den engen Gassen der jerusalemer Altstadt zu genießen?

Für viele meiner Reisenden, die ich hier geführt habe, war gerade die Begegnung mit den Menschen des Landes besonders prägend. Erstbesucher sind oft erstaunt, dass das tägliche Zusammenleben der jüdischen und arabischen Bevölkerung ja doch eher ein „Miteinander“ ist. Israel mangelt es auch nicht an heiligen Orten, antiken Stätten (Städten), historischen und kulturellen Zielen sowie an atemberaubenden Landschaften. Und doch sind es die Menschen, die die Straßen mit Leben füllen.

Doch gibt es zum Ende des Jahres 2020 auch gute Nachrichten. Am 20. Dezember begann man in Israel mit der CoVID-19 Impfung, eine massive Aktion, die in den ersten 12 Tagen bereits über 900,000 Einwohner erfasste. Das sind ein Zehntel der gesamten Bevölkerung Israels. Bis Ende Januar soll ein Viertel der Gesamtbevölkerung geimpft sein. Heute, am letzten Tag des Jahres 2020, habe auch ich die erste von zwei Corona-Impfungen erhalten.

Fighting the corona virus

Bis April oder Mai sollen ca. 4/5 der Bevölkerung geimpft sein. Ausgenommen sind zur Zeit noch Jugendliche bis 16 Jahren, für die CoVID-19 scheinbar keine Gefahr darstellt. Mit dieser fast flächendeckenden Impfung wächst die Hoffnung, dass wir bald zur Normalität zurückkehren können. Was auch bedeutet, dass Israel wieder zu einem Reiseziel wird. Schon seit langem warte ich sehnsüchtig auf den Tag, an dem ich wieder Reisende durch Israel führen kann.

Ich wünsche Ihnen ein Frohes Neues Jahr 2021, viel Glück und Gesundheit!

Mit besten Grüßen,

Heiko

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Unabhängigkeitstag

Heute feiert Israel seinen Unabhängigkeitstag. 72 Jahre ist das Land jetzt alt. Als am 14. Mai 1948 David Ben Gurion in seiner Unabhängigkeitserklärung den Staat Israel proklamierte, wusste er sehr wohl um die Gefahren und Bedrohungen, die dem Land bevorstanden. Damals wie heute ist Israel mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Doch in der zur Zeit wohl größten Herausforderung stehen wir nicht alleine, denn der Corona-Virus COV-19 bedroht die ganze Welt.

Israels Unabhängigkeitstag 2020
Israel feiert seinen 72-sten Geburtstag

Vielen von uns begegnet die Gefahr mit dem unscheinbaren Kürzel COV-19 in mehrfacher Form – physisch (unsere Gesundheit), wirtschaftlich und seelisch. Es erübrigt sich fast zu erwähnen, dass ich zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Textes arbeitslos bin – es gibt z.Z. nicht viel Arbeit in der Tourismusindustrie. Doch haben wir schon andere Krisen überstanden. Ich selbst kann von Hyperinflation, Kriegen, Terror, Dürre, Wirtschaftskrisen und mehr aus eigener Erfahrung erzählen.

Gehen wir zurück zu den Anfängen des Landes. Damals war die Lage hier nicht besser als heute. Einem blutigen und nur knapp überstandenen Unabhängigkeitskrieg folgte eine Welle von ca. 900.000 (jüdischen) Flüchtlingen aus arabischen bzw. moslemischen Ländern. Der Krieg und die große Zahl mittelloser Einwanderer stellten eine schwere Belastung für das kleine Land und seine Wirtschaft dar. Den Staatsmännern und -frauen jener Zeit verlangte dies mutige, unpopuläre Entscheidungen ab.

Nehmen wir beispielsweise den „Wiedergutmachungsvertrag“ zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel, der unter der Regierungszeit Adenauers bzw. David Ben Gurions zustande kam. Bundeskanzler Adenauer stoß damals auf wenig Verständnis bei der deutschen Bevölkerung, wo gerade mal 5% sich überhaupt einer Schuld bewusst waren. Für Israels Ministerpräsidenten David Ben Gurion war es nicht leichter, wo doch die Schrecken des Holocaust‘ tiefe Narben im jüdischen Volk hinterließen. Deshalb wundert es kaum, dass der damalige Oppositionsführer und spätere Likud-Vorsitzende Menahem Begin Protestkundgebungen gegen David Ben Gurion und seine Politik organisierte. Möglicherweise war er sogar verantwortlich für einen missglückten Anschlag gegen Adenauer. Doch ändert all das nichts an der Tatsache, dass durch die Zahlungen aus Deutschland zahlreichen Menschen in Israel geholfen wurde.

25 Jahre später unterzeichnete Menahem Begin, mittlerweile Ministerpräsident, den Friedensvertrag mit Ägypten. In Israel wurde Begin zurecht als Held gefeiert. Anwar el-Sadat, Ägyptens Präsident, bezahlte seine mutige Entscheidung mit dem Leben – er wurde drei Jahre später durch islamische Fundamentalisten ermordet.

Was David Ben Gurion und Menahem Begin trotz ihrer Animositäten und oft gegensätzlichen Sichtweise vereint: beide sahen die Politik nicht als Popularitätswettbewerb, sondern waren sich der großen Verantwortung gegenüber den Menschen bewusst. Sie scheuten sich nicht vor schweren und unbeliebten Entscheidungen. Und sie hatten wenig übrig für materiellen Wohlstand und Luxus und führten ein bescheidenes Leben.

Heute haben unsere Staatsmänner die einzigartige Chance, Großes zu leisten und sich einen Platz in der Geschichte zu erobern. Ihre besonnene Entscheidung kann das Leben von Tausenden retten und die Menschen wieder aus der Krise führen. Hoffen wir auf das Beste.

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Corona-Krise

Wie viele Menschen weltweit bin auch ich hier von der Corona-Krise betroffen. Keine Angst, meiner Familie und mir geht es gut.

Bis vor einem Monat hatte ich sprichwörtlich keine Zeit, um mich um diese Webseite zu kümmern. Jetzt habe ich alle Zeit der Welt, nur eben keine Kunden und kein Einkommen.

Ich versuche das Beste daraus zu machen. Viele Bücher warten noch darauf, von mir gelesen zu werden. Meine Kinder – ebenfalls wegen der Corona-Krise arbeitslos – sind Zuhause und wir alle sind voll beschäftigt, das hier verhängte Ausgehverbot bestmöglich zu nutzen.

Frühling 2020 in Israel - trotz des Corona-Virus blüht der Negev
Frühling in Israel – trotz Corona-Virus blüht der Negev

In diesen Tagen habe ich auch begonnen, mein Israel-Bilderarchiv von über 100.000 Fotos zu sortieren und zu überarbeiten. Sie werden daher auf meiner Webseite in nächster Zeit eine wesentlich erweiterte Bildergalerie vorfinden. Auch wenn Sie Israel gegenwärtig wegen der weltweiten Corona-Krise nicht besuchen können, geben Ihnen die Bilder vielleicht einen kleinen Vorgeschmack auf die Schönheit und Vielfältigkeit des Landes. Denn ich hoffe sehr, dass Sie Ihren geplanten Israel-Urlaub zu einem geeigneteren Zeitpunkt realisieren werden. Denn „verschoben heißt nicht aufgehoben“.

Hinweis: Demnächst will ich Fotos in mittlerer und hoher Auflösung zum Herunterladen bereitstellen – gegen eine kleine Gebühr. Damit hoffe ich, die gegenwärtige Corona-Krise – die für Selbständige wie mich auch eine finanzielle Krise mit sich bringt – besser überstehen zu können. Mehr dazu folgt noch.

Das Wichtigste habe ich mir zum Schluss aufgehoben: Bleiben Sie gesund! Alles Gute für Sie und Ihre Nächsten.

Heiko Sieger

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Tel Aviv – das Herz der Technologienation Israel

Kürzlich verbrachte ich ein paar Nächte im Royal Beach Hotel in Tel Aviv. Vom 16. Stock aus hatte ich einen herrlichen Blick über die Tel Aviver Skyline. Und was für ein Blick: Hochhäuser so weit der Blick reicht. Tel Aviv und Umgebung steht Manhattan in nichts nach.

Technologienation

Tel Aviv 2017 – Skyline

Dies war nicht immer so. Für Tel Aviv ist das sogar ein sehr neues Phänomen. Noch vor 20-25 Jahren würde man hier kaum ein Hochhaus finden. Die wenigen, die es damals gab, könnte man an einer Hand zählen.

Woher kommt nun dieser Bauboom, der die Stadt Tel Aviv wie kaum eine andere Stadt in der Welt erfasst hat? Die Nachfrage nach Büroplätzen in Tel Aviv und Umgebung und damit die Preissteigerung für Boden und der Drang nach oben, geht Hand in Hand mit dem Wandel Israels von einem Agrarstaat zu einer Technologienation.

Bereits der Aufbau des Agrarstaates in den Jahrzehnten vor der Hightech-Wende war keineswegs das natürliche Produkt fruchtbarer Auen und üppiger Wasserreserven, sondern das Ergebnis neuer landwirtschaftlicher Technologien und Anbaumethoden. 2/3 des Landes sind Wüste, also macht man diese streng nach Ben Gurions Vision fruchtbar. Trockener Mergelboden bekommt eine Schicht gute Erde, etwas Wasser, und schon verwandeln sich die „Bad Lands“ in der nördlichen Arava-Wüste – eine Mondlandschaft ohne jegliche Pflanzen – in das fruchtbarste Anbaugebiet der Welt. 360 Sonnentage im Jahr ist die einzig natürliche Zutat zu diesem Rezept. Die dort eingesetzte Tröpfchenbewässerung spart heute nicht nur in Israel, sondern in vielen wasserarmen Ländern rund um den Globus enorme Mengen an Wasser (siehe auch Israel-gesponserte UN Resolution zur technologischen Unterstützung der dritten Welt hier und hier).

Not macht erfinderisch, heißt es. Als Charles de Gaulle unerwartet Frankreichs pro-israelische Politik in einen anti-israelischen Waffenboykott umkehrte, um Frankreich damit näher an die arabische Welt und das Ölgeschäft zu führen, hätte er nicht gedacht, dass er damit zum Vater der israelischen Hi-Tech-Industrie wurde.

Ein kurzer Hintergrund: In den 50er und 60er Jahren war Frankreich Israels wichtigster Waffenlieferant. Schon 1956 kämpften Israelis zusammen mit Frankreich und England um den Suezkanal. Am 2.6.1967, 3 Tage vor Beginn des Sechs-Tage-Kriegs, stoppte de Gaulle alle Waffenlieferungen in die Region (d.h. nach Israel), wissentlich um der Existenzbedrohung Israels. 5 Monate nach dem Krieg folgte der endgültige Schlussstrich der Beziehung: Frankreich erklärt ein Waffenembargo gegen Israel und lagert die für Israel bestimmten und bereits bezahlten 50 Mirage Kampfflieger in Frankreich ein.

Israel zog Konsequenzen daraus. Die bisher eher unbedeutende Militärindustrie wurde  ausgebaut, mit Schwerpunkt auf Technologien, die im Falle einer Auseinandersetzung Israel Vorteile verschaffen können. Israels Gegner waren stets zahlenmäßig weit überlegen, sowohl in der Truppenstärke, als auch in der Bewaffnung. Gefragt waren vor allem intelligente Waffensysteme, zum Beispiel computerunterstützte Zielerkennung und -verfolgung.

Doch entwickelt wurde nicht nur für das Militär. Zahlreiche Errungenschaften in der Verteidigungstechnik flossen schließlich in zivile Anwendungen ein. Intelligente Bilderkennung wurde beispielsweise in so verschiedenen Bereichen wie Medizintechnik (Computertomographie, MRI usw.) und automatische Leiterplatteninspektion verwendet. Israelische Unternehmen setzten auch neue Technologien in der Kommunikationstechnik ein, z.B. zur Kapazitätserhöhung von Telefonleitungen. So war es eine Technologie der israelischen Firma ECI, die die Telefonverbindung nicht nur zwischen Westberlin und Westdeutschland aufrecht erhielt, sondern Fernverbindungen weltweit.

Parallel zur Kommunikationstechnik entwickelte sich die Software-Industrie. Ob das legendäre ICQ, die Facebook-Gesichtserkennung, oder die Navigations-App Waze – sie alle sind in Israel geboren. Auch USB-Sticks (disk-on-key) wurden hier entwickelt.

Israel war und ist auch an erster Stelle in der Entwicklung von Technologie zur Sonnenenergienutzung. Bereits in den 70er und 80er Jahren entwickelte und baute Luz Industries Sonnenkraftwerke, darunter das größte Sonnenkraftwerk der Welt in Kalifornien.

Ausländische Konzerne haben das Potential erkannt. Schon früh investierten Motorola, IBM und Intel in Forschungszentren in Israel. Heute sind hier alle von Rang und Namen vertreten – Google, Microsoft, Facebook, Redhat, … die Liste geht noch lange weiter.

Viele Technologiefirmen und Software-Entwickler haben ihren Firmensitz in und um Tel Aviv herum. Man spricht hier gerne vom „Silicon Wadi“, in Anlehnung an den Begriff „Silicon Valley“. Auch wenn im Jahre 2001 der Technologiesektor weltweit und auch in Israel einen Dämpfer erhielt, konnte sich dieser unaufhaltsam weiterentwickeln. Und mit ihm die Hochhauslandschaft in und um Tel Aviv.

Viel mehr dazu in einer meiner Tel Aviv Führungen.

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Israel einmal anders betrachtet

UN-Soldaten auf den Golanhöhen

UN-Beobachter auf Mt. Bental, Golan-Höhen. Im Hintergrund die syrische Stadt Kuneitra. Seit 2014 kämpfen dort IS, Al-Nusra und andere syrische Rebellen mit Assads Truppen, wenige Meter vor der Grenze mit Israel.

In den deutschsprachigen Medien wird gerne und viel über Israel berichtet. Im Fokus steht meist der Nahost-Konflikt – der Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis oder, sagen wir treffender, der Konflikt um die Region Palästina. Eigentlich geht es ja zur Zeit nicht mehr um Palästina, sonder nur um Cisjordanien (Israel, Westjordanland und Gaza), denn der andere Teil von Palästina – Transjordanien – ist heute das Königreich Jordanien. Seit der Niederlage der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO gegen König Hussein im Jahr 1970 konzentrieren sich nämlich die palästinensischen Ansprüche nur noch auf das Westjordanland, den Gazastreifen und auch Israel (abhängig davon, mit wem man spricht).

Tatsache ist auch, dass Israel nach wie vor große Teile des Westjordanlandes besetzt hält und auch weitestgehend die Grenzen und Seewege zum Gazastreifen kontrolliert. Diese Besatzung sowie der Ausbau der israelischen Siedlungen im Westjordanland werden häufig als Grund für das Scheitern von Friedensverhandlungen und letztlich für das Andauern des Nahost-Konflikts gesehen. Als Hauptverantwortlichen sieht man Israel. Ist ja auch logisch – solange Israel der Besatzer ist und den Palästinensern immer mehr Land enteignet, um darauf Siedlungen zu bauen, kann es ja zu keinem Frieden kommen.

Doch sollte man kein Urteil treffen, ohne auch den Beschuldigten anzuhören. Das geschieht leider in dem vorliegenden Fall selten. Eine der Ausnahmen ist der kürzlich in der Welt erschienene Kommentar Staatsvisite: Diesen Ort in Israel sollte Steinmeier besuchen. In diesem Artikel gibt Autor Gil Yaron einen kleinen Einblick in das Dilemma Israels und erklärt, „warum sich Israelis ungerne von anderen sagen lassen, wie Frieden geht“. Hintergrund dieses Kommentars ist der Antrittsbesuch des deutschen Außenministers Gabriel in Israel und sein Treffen mit regierungskritischen Organisationen. Mehr darüber in Warum es jetzt zum deutsch-israelischen Eklat kam und Prominente Israelis bedanken sich bei Merkel und Gabriel.

Bundespräsident Steinmeier war in diesen Tagen in Israel und in den palästinensischen Gebieten. Ob er dem Ratschlag von Gil Yaron gefolgt ist, mag ich zu bezweifeln.

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Antiquitätenmarkt in Tel Aviv

Die Alternative zum Souvenirladen

Freitags ab ca. 9 Uhr findet in Tel Aviv der Antiquitätenmarkt statt. Im Gegensatz zum wohl bekannten Flohmarkt in Jaffa ist dieser Markt eher den Insidern vertraut. So blieb der Ortswechsel vom Dizengoff Platz zum Givon Platz (nahe Sarona) in den üblichen Israel-Touristik-Webseiten völlig unbeachtet.

Antiquitäten

Antiquitäten-Markt in Tel Aviv

Neben dem ein oder anderen netten Kleinod findet man hier unter anderem zahlreiche Objekte, die einen historischen Wert tragen: alte Zeitungen aus dem frühen 20. Jahrhundert, Fotos und Bilder längst vergangener Zeiten, Plakate, Straßenschilder, Briefmarken, alte Geldscheine und Münzen (siehe Fotos unten). Für Sammler also eine wahre Fundgrube.

 

Währung im Britischen Mandatsgebiet

10 Palestine Mils Münze, in der Umgangssprache ein Grush

Anglo-Palestine Bank Geldschein

Geldscheine der Anglo-Palestine Bank, heute die Bank Leumi

Der Antiquitätenmarkt findet bei schönem Wetter auf dem Givon-Platz statt, zwischen der Hashmona’im und der HaArba’a-Straße, unweit des historischen Sarona-Viertels. Rings um den Markt befinden sich dutzende Restaurants, Cafes und Pubs für jeden Geschmack. Überhaupt zählt diese Gegend heute zu den hippsten Ecken in Tel Aviv, in der 24 Stunden rund um die Uhr etwas los ist.

Antiquitäten-Markt

Einer der Stände am Antiquitäten-Markt

Stand am Antiquitätenmarkt

Straßenschilder zum Verkauf

Wer genug von den Souvenirgeschäften hat und nach etwas originalem bzw. originellem sucht, hat gute Chancen, hier fündig zu werden.

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Israel-Reportage – unterwegs in Jerusalem mit dem Kamerateam

Entdeckungsreise nicht nur durch die Geschichte

Im August letzten Jahres hatte ich das Vergnügen, mit Johannes Grandmontagne von dem Reiseveranstalter „Berge & Meer“ die Stadt Jerusalem zu erkunden, als Bestandteil einer Israel-Reportage. Uns begleitete dabei  Florian Hofmann mit seinem Kamerateam von Vogelheim TV. Die Filmarbeiten vor Ort zogen sich von den frühen Morgenstunden bis in die späten Abendstunden hinein. Nach fast 6 Monaten Postproduktion entstanden daraus zwei Israel-Reportagen – eine Kurzfassung von 5 Minuten und die lange Version, die ca. 20 Minuten dauert.

In dieser Israel-Reportage geht es aber nicht nur um die Geschichte und religiöse Bedeutung Jerusalems und der heiligen bzw. historischen Stätten. Gezeigt wird auch eine andere Seite des Landes – das junge, dynamische Israel mit seinen bunten Märkten, schicken Cafés und Bars, und der modernen High-Tech Metropole Tel Aviv.

Nachfolgend finden Sie die Links zu der Reportage:

Kurzfassung der Reportage

Reportage über Israel (ca. 20 Minuten)

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Israel zwischen Zeilen (Magazin)

Israel erscheint in den Medien häufig nur im Zusammenhang mit Palästinenserkonflikt, Terror und Krieg. Kein Wunder, dass so manche Israel-Erstbesucher mit gewissen Erwartungen oder Vorurteilen belastet sind, die jedoch meist nach wenigen Tagen verfliegen. Mir erging es auch nicht anders, als ich im Dezember 1983 das erste Mal im Ben Gurion Flughafen landete.

Tatsächlich erfährt man Israel in der Regel anders, als man es aus dem Fernsehen und der Tageszeitung kennt. Von diesem anderen, ebenso existierenden, Israel sprechen die Reportagen auf der Webseite http://israelzwischenzeilen.com. Abseits von Politik und Militär recherchiert und veröffentlicht Redakteurin Katharina Höftmann wöchentlich neue Berichte und Nachrichten aus Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung, Gesundheit und Medizin, Wirtschaft und Finanzen, Energie und Umwelt, Gesellschaft und mehr. Höftmann, die in Tel Aviv lebt, ist von Beruf Journalistin (u.a. Die Welt, myself, Jüdische Allgemeine, dpa) und Autorin mehrerer Bücher (u.a. „Guten Morgen Tel Aviv“, oder der in Israel spielende Krimi „Die letzte Sünde“).

Zwischenzeilen

Israel Zwischenzeilen Magazin

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