Israel einmal anders betrachtet

UN-Soldaten auf den Golanhöhen

UN-Beobachter auf Mt. Bental, Golan-Höhen. Im Hintergrund die syrische Stadt Kuneitra. Seit 2014 kämpfen dort IS, Al-Nusra und andere syrische Rebellen mit Assads Truppen, wenige Meter vor der Grenze mit Israel.

In den deutschsprachigen Medien wird gerne und viel über Israel berichtet. Im Fokus steht meist der Nahost-Konflikt – der Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis oder, sagen wir treffender, der Konflikt um die Region Palästina. Eigentlich geht es ja zur Zeit nicht mehr um Palästina, sonder nur um Cisjordanien (Israel, Westjordanland und Gaza), denn der andere Teil von Palästina – Transjordanien – ist heute das Königreich Jordanien. Seit der Niederlage der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO gegen König Hussein im Jahr 1970 konzentrieren sich nämlich die palästinensischen Ansprüche nur noch auf das Westjordanland, den Gazastreifen und auch Israel (abhängig davon, mit wem man spricht).

Tatsache ist auch, dass Israel nach wie vor große Teile des Westjordanlandes besetzt hält und auch weitestgehend die Grenzen und Seewege zum Gazastreifen kontrolliert. Diese Besatzung sowie der Ausbau der israelischen Siedlungen im Westjordanland werden häufig als Grund für das Scheitern von Friedensverhandlungen und letztlich für das Andauern des Nahost-Konflikts gesehen. Als Hauptverantwortlichen sieht man Israel. Ist ja auch logisch – solange Israel der Besatzer ist und den Palästinensern immer mehr Land enteignet, um darauf Siedlungen zu bauen, kann es ja zu keinem Frieden kommen.

Doch sollte man kein Urteil treffen, ohne auch den Beschuldigten anzuhören. Das geschieht leider in dem vorliegenden Fall selten. Eine der Ausnahmen ist der kürzlich in der Welt erschienene Kommentar Staatsvisite: Diesen Ort in Israel sollte Steinmeier besuchen. In diesem Artikel gibt Autor Gil Yaron einen kleinen Einblick in das Dilemma Israels und erklärt, „warum sich Israelis ungerne von anderen sagen lassen, wie Frieden geht“. Hintergrund dieses Kommentars ist der Antrittsbesuch des deutschen Außenministers Gabriel in Israel und sein Treffen mit regierungskritischen Organisationen. Mehr darüber in Warum es jetzt zum deutsch-israelischen Eklat kam und Prominente Israelis bedanken sich bei Merkel und Gabriel.

Bundespräsident Steinmeier war in diesen Tagen in Israel und in den palästinensischen Gebieten. Ob er dem Ratschlag von Gil Yaron gefolgt ist, mag ich zu bezweifeln.

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