Israelische Fernsehmoderatorin ist Palästinenser

Elektronische Intifada

Yonit Levi, eine israelische Fernsehmoderatorin, ist laut Google im Staat Palästina geboren

Noch nie von Yonit Levi gehört? Israelischen Fernsehzuschauern ist sie als Moderatorin der populären Channel 2 Abendnachrichten wohl bekannt. Aber warum nicht Dr. Google fragen? Bei Eingabe des Suchbegriffs „yonit levi“ präsentiert uns Google neben einer Liste von Links auch die oben gezeigte Kurzbiographie. Laut Google ist Frau Levi also im Staat Palästina geboren. Google nennt diese Infobox „Knowledge Graphs“. Doch zurück zu Yonit Levi.

Laut Google wurde sie 1977 in dem Jerusalemer Bezirk „French Hill“ geboren. Bis zum 6-Tage-Krieg im Jahr 1967 war das Westjordanland, dazu gehörte auch der heutige French Hill, von Jordanien besetzt (Jordanien hatte 1948 das Westjordanland einschließlich Ostjerusalem besetzt und annektiert). Nach der Eroberung des Westjordanlands durch Israel entstand auf dem French Hill, wo sich zuvor ein jordanischer Militärposten befand, eine israelische Siedlung. Im Jerusalem-Gesetz von 1980 annektierte Israel schließlich die östlichen Teile Jerusalems. Diese Annektion wird von der UN und der überwiegenden Mehrheit der Länder nicht anerkannt.

Doch forschen wir etwas weiter in der Vergangenheit. In der Balfour Deklaration vom 2.11.1917 erklärt sich die britische Regierung für die Gründung einer „nationalen Heimstätte für die jüdischen Menschen“ in dem als Palästina bezeichneten Gebiet. Während der Pariser Friedenskonferenz unterzeichnen Emir Faisal, König des Hijaz, und Dr. Haim Weizmann, Präsident der Zionistischen Weltorganisation, am 3. Januar 1919 einen Vertrag über die gegenseitige Anerkennung und Zusammenarbeit zwischen einem Arabischen Staat und einem jüdischen Palästina, dessen genauen Grenzen aber noch zu bestimmen sind. Beide Seiten hatten bereits im Vorfeld das jüdische Palästina als das Land zwischen dem Jordan und Toten Meer im Osten und dem Mittelmeer im Westen bestimmt. Faisal macht seine Vertragsverpflichtungen jedoch abhängig von der Erfüllung britischer Zusagen, u.a. soll Syrien Teil des Arabischen Staates sein. Großbritannien hatte aber bereits im Sykes-Picot Abkommen von 1916 den Nahen Osten mit Frankreich aufgeteilt und Syrien und den Libanon den Franzosen versprochen.

Am 24.7.1922 gibt der Völkerbund – Vorgänger der Vereinten Nationen – der britischen Regierung das Mandat für Palästina. Hierin wird Großbritannien beauftragt, eine nationale Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina zu errichten. Schon kurz darauf, am 16.9.1922, wird auf Anlass der Briten das Mandatsgebiet für die jüdische Heimstätte durch das Trans-Jordanien-Memorandum auf das Gebiet vom Jordan bis zum Mittelmeer eingeschränkt (d.h. auf 1/4 reduziert). Letztlich wird das jüdische Palästina, unter dem neuen Namen „Israel“ und in noch engeren Grenzen, in der UN-Abstimmung am 29.11.1947 anerkannt.

Jetzt die Quizfrage an den Leser: Ist Yonit Levi Palästinenserin?

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